Ich habe nie nach Antworten gesucht – ich habe Wege ausprobiert

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden. Ich habe nie darauf gewartet, dass mir jemand die richtige Antwort gibt.

Ich habe auch selten gefragt, warum mir etwas passiert. Vielmehr habe ich immer versucht, einen Weg zu finden, mit dem umzugehen, was das Leben mir gerade vor die Füße geworfen hat. Ich konnte die Situation nicht verändern, jedoch durfte ich jederzeit entscheiden, wie ich ihr begegne. Genau dieser Gedanke begleitet mich bis heute.

Mein Leben war geprägt von Ereignissen, die viele Menschen vermutlich an ihre Grenzen bringen würden. Ich habe über zwanzig Jahre Mobbing erlebt, Depressionen, Panikattacken, zwei Burnouts und einen Boreout durchlebt. Mit 18 Jahren wollte ich meinem Leben ein Ende setzen. Mit 33 erlitt ich einen Herzstillstand. 2017 erhielt ich die Diagnose Multiple Sklerose und die Prognose, innerhalb eines Jahres im Rollstuhl zu sitzen. Der größte Einschnitt kam jedoch am 17. November 2023. Nach dreizehn gemeinsamen Jahren verlor ich meine Frau innerhalb von vier Tagen durch drei Schlaganfälle. Von einem Moment auf den anderen war nichts mehr, wie es einmal war.

Heute fragen mich viele Menschen, wie ich das alles geschafft habe. Ehrlich gesagt habe ich darauf keine perfekte Antwort. Ich habe nie darauf gewartet, dass der richtige Moment kommt oder dass mir jemand erklärt, wie Trauer, Schmerz oder Krisen funktionieren. Ich habe angefangen auszuprobieren. Ich habe meditiert, meine Sprache verändert, mich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, bin alleine verreist, habe Dinge getan, vor denen ich früher Angst gehabt hätte, und ich habe immer wieder festgestellt: Manche Wege funktionieren überhaupt nicht. Andere verändern das Leben Schritt für Schritt. Nicht, weil sie ein Wunder bewirken, sondern weil sie den Blick auf das Leben verändern.

Genau das ist der Punkt, den ich heute weitergeben möchte. Ich glaube nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Mensch die perfekte Lösung für dein Leben kennt. Ich glaube vielmehr, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden darf. Dafür braucht es keine perfekten Voraussetzungen. Es braucht lediglich die Bereitschaft, den nächsten Schritt auszuprobieren, auch wenn das Ziel noch überhaupt nicht sichtbar ist.

Heute begleite ich Menschen, die selbst vor Herausforderungen stehen. Nicht, weil ich ihre Probleme lösen kann, sondern weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Leben plötzlich alles verändert. Ich kenne diese Momente, in denen man morgens aufwacht und nicht weiß, wie der Tag überhaupt zu schaffen sein soll. Gleichzeitig weiß ich, wie es sich anfühlt, irgendwann wieder zu lachen, obwohl man fest davon überzeugt war, dass genau das nie wieder möglich sein würde.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich auf meinem Weg sammeln durfte. Nicht die Suche nach Antworten hat mein Leben verändert. Es war die Bereitschaft, immer wieder neue Wege auszuprobieren. Manche davon waren Umwege, manche Sackgassen und manche haben mein Leben nachhaltig verändert. Rückblickend waren genau diese Schritte der Grund, warum ich heute dort stehe, wo ich bin.

Und vielleicht ist das auch die Botschaft, die ich dir mitgeben möchte: Du musst heute nicht wissen, wie dein ganzes Leben weitergeht. Es reicht vollkommen aus, wenn du bereit bist, den nächsten möglichen Schritt zu gehen. Denn manchmal verändert nicht die Antwort dein Leben, sondern der Mut, einen neuen Weg auszuprobieren.

Teile den Beitrag

Beiträge

Newsletter

Du möchtest regelmäßig inspirierende Impulse, hilfreiche Tipps zur mentalen Gesundheit und vieles mehr direkt in dein Postfach erhalten? Melde dich jetzt für den Newsletter an!



Mit dem Klick auf Absenden stimmst du der Datenschutzerklärung zu.

Hi Ich bin Marcus

Schau in den Spiegel und fang an dich gut zu fühlen.
Das ist Deine Energie für Dein Wachstum. Sei endlos, sei wie das Universum und die göttliche Kraft –